Das Ende ist nah

Der Zauberlehrling wusste wenigstens noch, was er falsch gemacht, beziehungsweise vergessen hatte, und der alte Hexenmeister war in der Lage, die Dinge mit dem richtigen Spruch wieder ins Lot zu bringen.
Welch‘ glückliche Zeiten!
Verglichen mit heute scheint es so, dass es weder Zauberlehrlinge, noch Auszubildende der Zauberei, sind, welche die Ordnung der Welt verhexen, sondern Laien, denen von irgendwoher die Macht zugefallen ist, Dinge nach Lust und Laune und nach der jeweiligen Tagesform im jeweils gerade für gut gehaltenen Sinne zu verändern.
 
Verglichen mit heute scheint es außerdem so zu sein, und das ist noch schlimmer, dass der alte Hexenmeister, der in der Lage wäre, das Unheil rückgängig zu machen, inzwischen sein Rentnerdasein auf Teneriffa genießt, wo ihm alles andere wurstegal sein kann – und ist.
 
Regierungswursteleien, die nicht eingedämmt werden, sondern mit jedem unsinnigen Korrekturversuch nur schlimmer werden, geben den Betroffenen das Gefühl der Ohnmacht und erdrücken jegliche Hoffnung auf Besserung. Angela Merkel hat im Laufe von drei Amtszeiten nichts dazugelernt. Die anlasslose Befristung von Arbeitsverhältnissen hat es als Streitpunkt in den Wahlkampf geschafft, die anlasslose Inhaftierung deutscher Staatsbürger durch bayerische Staatsorgane nicht! Oder, da stehen immer noch stolze Windparks vor der Nordseeküste – und liefern kein Kilowattstündchen Strom aufs Festland, weil die Leitungen nicht existieren, die den Strom transportieren könnten, doch die „Spargelbesitzer“ werden für die Nichtabnahme des nichtproduzierten Stromes entschädigt, als gäbe es keine Marktwirtschaft und kein unternehmerisches Risiko.
 
Was ist der Unterschied zwischen einem missglückten Tunnelbau, der wochenlang eine der Hauptschienenstrecken der Republik lahmlegt, und Windparks, die keinen Strom liefern, und einem Flughafen, seit dessen erstgenanntem Eröffnungstermin inzwischen zehn Jahre vergangen sind, ohne dass der reguläre Betrieb aufgenommen werden konnte?
Kann sich noch irgendjemand vorstellen, dass der neue, unterirdische Stuttgarter Bahnhof zum derzeit genannten Termin in Betrieb gehen wird? Wahrscheinlicher ist, dass die Geologie des Untergrundes trotz aller mächtigen Grundwasserpumpen zuschlagen wird, bevor auch nur ein Stück Schiene im Tunnel liegt.
 
Es ist Pfusch. Leichtsinniger, politisch motivierter, von der Bauwirtschaft exzessiv ausgenutzter Pfusch!
 
Jede Milliarde, die an irgendeiner Großbaustelle mehr versenkt wird, als notwendig wäre, ist schließlich eine Milliarde BIP mehr – und Wachstum, auch wenn es nur die Kosten sind, die wachsen, während Wert und Nutzungsmöglichkeiten schwinden, ist das goldene Kalb, vor dem alle auf die Knie fallen, statt es vom Sockel zu stoßen.
Jedoch das Austauschbare Parteienkartell dreht sich bereits Karussellartig zum neuen Regierungwein in alten Schläuchen. Und eine neue Kartellpartei als Alternative, welche keine ist, springt gerne mit aufs Karussell der Austauschbaren. DIE LINKE, möchte etwas ändern als Karussellartige Politik, sie wäre auch die einzigste, die etwas ändern könnte, wird es aber wieder nicht schaffen. Denn das Volk möchte lieber weiter im Rauschzustand leben, so nach dem Motto: die ganze Welt dreht sich um mich.
 
Nun gut, auch die letzten beiden Wochen des Hauens und Stechens werden vorüberziehen, und dann haben viele ihren Spaß gehabt, sind dankbar dass es vorbei ist, und froh, wenn nur irgendwie weiterregiert wird. Egal wie, und egal von wem. Wenn das der Sinn des Wahlkampfes sein soll, dann Gute Nacht.
 
Klar, Politik ist eine hässliche Angelegenheit. Und wo sie wähnt, der Zustimmung des Volkes zu bedürfen, wird sie zur Furie der Demagogie, und wo die Demagogie mächtig ist, wird dem Volke, dem der Kopf verdreht wird, schwindelig und bekommt als Lohn nur Hohn zu hören:
 
O Urteil, du entflohst zum blöden Vieh, der Mensch ward unvernünftig!
 
Der Spruch ist nicht von mir, sondern aus der Rede Mark Anton an das römische Volk.
 
Nichts von alledem, was jetzt zum übergroßen Popanz aufgeblasen und mit dramatischen Fanfarenstößen verkündet wird, übertrifft in seiner Bedeutung für die Zeit nach der Wahl die Folgen des in China schon vor Jahren umgefallenen Reis-Sackes.
 
Es gibt keine objektiven, neutralen Wertungen mehr, sondern nur noch den Versuch, jede Lebensäußerung des politischen Gegners zur Wahlkampfmunition umzuschmieden. Schon Schiller wusste: „Da werden Weiber zu Hyänen …“
 
Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
sich alle Bande frommer Scheu;
der Gute räumt den Platz dem Bösen,
und alle Laster walten frei.
Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken,
verderblich ist des Tigers Zahn;
jedoch der schrecklichste der Schrecken,
das ist der Mensch in seinem Wahn.
Weh denen, die dem Ewigblinden
des Lichtes Himmelsfackel leihn!
Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden,
und äschert Städt‘ und Länder ein.
 
Wenn ich in den Spiegel schaue, kommt es mir vor wie ein verkehrter Strudel.
 

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