Von Qualitäten und Quantitäten – vom Kapitalismus zum Faschismus

Die GRÜNEN von Baden-Württemberg haben nun das Unterrichtsfach „Wirtschaft“ eingeführt. Und auf dem Lehrplan steht natürlich nichts über die gegensätzlichen Interessen von Kapital und Lohnabhängigen, keinerlei kritische Betrachtung der kapitalistischen Ausbeutung von Mensch und Natur – ja noch nicht einmal der uralte CDU-Spruch „Wohlstand für alle“ wird beleuchtet – sondern einzig und allein die Erziehung zugunsten der Profitsteigerung. So überrascht es auch nicht, was als Gehirnwäsche verabreicht wird:

– Löhne senken ist gut für Deutschland
– Sozialstaat abbauen ist gut für Deutschland
– Ungleichheit belebt den Wettbewerb
– nur ein wirklich freier Markt regelt alles zum Besten
– Gewerkschaften behindern den freien Markt
– Kriege sind zugunsten freier Handelswege nun mal nötig
– jeder kann es durch Leistung zu seinem Glück schaffen
– wer arbeitslos ist/wird, ist selber schuld

Wie wir sehen, ein lupenreiner Propaganda-Baukasten von Wirtschaftsfaschisten. Da fragt man sich doch direkt: Was sagt eigentlich die SPD dazu, die doch „Zeit für mehr Gerechtigkeit“ einfordert?

Zitat: „Maßgebliche Vorarbeit für das neue Schulfach hat die Vorgängerregierung aus GRÜNEN und SPD geleistet. Dabei hat sich insbesondere Ex-Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) um die Sache der Industrie verdient gemacht. Die argumentiert seit langem, im Unterricht und in Schulbüchern würden wirtschaftliche Themen nur am Rande in anderen Fächern und dazu überwiegend negativ konnotiert behandelt. Dem könne nur durch die Etablierung eines eigenständigen Fachs »Wirtschaft« begegnet werden.“

Okay, die SPD kann man komplett vergessen. Das bestätigt sich hier nur erneut. Aber was ist denn mit unseren Gewerkschaften?

Zitat: „Begleitet wurde die Ausarbeitung der Unterrichtsmaterialien auch vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Als der fragliche Bildungsplan vor zwei Jahren beraten wurde, versicherte Ex-Bezirkschef Nikolaus Landgraf, »keine Fundamentalopposition« zu betreiben. Hätte er das mal lieber gemacht.“

Und damit nicht genug, denn: NRW will gleich im kommenden Jahr nachziehen und die baden-württembergische Gehirnwäsche der Kinder 1:1 direkt übernehmen.

Von Qualitäten und Quantitäten – vom Kapitalismus zum Faschismus

„Wenn wir die USA nur nach dem Bruttosozialprodukt beurteilen, dann gehören dazu auch Luftverschmutzung und Zigarettenwerbung und Rettungsfahrzeuge, die die Opfer von Verkehrsunfällen von unseren Highways abtransportieren, außerdem Spezialschlösser für unsere Haustüren und Gefängnisse für die Leute, die sie aufbrechen. Napalm gehört dazu und Atomsprengköpfe und Polizeifahrzeuge mit denen die Aufstände in unseren Städten bekämpft werden müssen. Whitmans Gewehr gehört dazu und Specks Messer und die Fernsehprogramme, die Gewalt verherrlichen, um Spielzeuge an unsere Kinder zu verkaufen.

Was für das Bruttosozialprodukt andererseits keine Rolle spielt, sind die Gesundheit unserer Kinder, die Qualität ihrer Erziehung, die Freude die sie beim Spielen haben. Die Schönheit unserer Dichtung zählt nicht, es zählen nicht die Stabilität unserer Ehen, die Intelligenz unserer öffentlichen Debatten oder die Anständigkeit unserer Beamten. Es zählen nicht unsere Klugheit und unser Mut, weder unsere Weisheit noch unsere Ausbildung, weder unser Mitgefühl noch die Liebe zu unserem Land, kurz: Es zählt alles, außer dem was das Leben lebenswert macht.“

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