Wer leichter glaubt, wird schwerer klug

Das Wort „Vergangenheitsbewältigung“ ist heute ganz groß geschrieben. Seit vielen Jahren wird es von allen Politikern, an allen Schulen, an allen Universitäten immer wieder in den Mund genommen, vor allen Dingen bezogen auf die jüngste deutsche Vergangenheit, aus der man lernen sollte, damit gleiche Fehler nicht wieder passieren. 

Religion ist Privatsache. Religion muss politisch, juristisch und finanziell vom Staat getrennt werden. Auch ich bin für eine Ethik, die sich an den Interessen der Menschen orientiert, für Heidenspaß statt Höllenqual.

Ende der Staatsleistungen an die Kirchen?
Seit fast hundert Jahren steht in der deutschen Verfassung, dass die Staatsleistungen an die Kirchen abgelöst werden sollen. Gekümmert hat sich darum bisher noch niemand. Nur die Partei der Linken versuchte es im Frühjahr 2013 mit einem Antrag, doch die anderen Parteien ließen sie abblitzen.

Kirchen: Hunderte von Milliarden an Rücklagen

Auch die Steuerzahler müssen im weiteren Sinn zu den Opfern der Kirchen gezählt werden. Wem ist schon bekannt, dass die beiden großen Kirchen in Deutschland nicht nur ca. 10 Mrd. EURO an (vom Staat eingezogenen) Kirchensteuern, sondern mindestens 15 Mrd. EURO an Subventionen aus den allgemeinen Steuermitteln erhalten? Alle Bürger, gleich welcher Konfession, bezahlen also die Besoldung der Religionslehrer, die theologischen Fakultäten, die Gehälter von Bischöfen, Landesbischöfen, Domkapitularen usw. Ebenfalls vom Staat bezahlt werden die Militärgeistlichen.

Hinzu kommen Entschädigungen in Millionenhöhe, die alle deutschen Bundesländer noch immer für angebliche Enteignungen aus der napoleonischen Zeit (!?) zahlen müssen. (Dass die Kirchen ihren Besitz über Jahrhunderte durch Erbschleicherei, Urkundenfälschung, Auspressung der Landbevölkerung mit dem Kirchenzehnt, durch Beschlagnahmung des Vermögens der verurteilten »Ketzer« und »Hexen« zusammenrafften, scheint dabei niemand zu interessieren.) Auch heute noch sind die Kirchen in Deutschland die größten nicht-staatlichen Grundbesitzer und verfügen über Hunderte von Milliarden an Rücklagen. Die Situation in Österreich und in der Schweiz ist im großen und ganzen ähnlich. Ausführlicheres dazu finden Sie unter www.kirchen-einsparen.de

Ein anderes schwarzes Kapitel wird allerdings tabuisiert. Wenn es um die Verbrechen der Kirche geht, findet man kaum eine Publikation, die darauf aufmerksam macht obwohl es um eine Vielzahl von Opfern geht – Millionen und Abermillionen unschuldiger Menschen, die durch die Verbrechen der Kirche ums Leben kamen. Diese Verbrechen sind heute historisch belegbar.

Dass dieses Thema immer wieder ausgeklammert wird, zeigt, dass es mit der Pressefreiheit nicht weit bestellt ist. Alle Skandale – kleine oder große – werden heute in der Öffentlichkeit breit diskutiert, doch dieses Thema wird immer wieder ausgeklammert. Wie kommt das? Die Frage kann man sich schnell beantworten, wenn man sieht, wem die Presse gehört, wer die Anteilseigner sind: die Kirche und kirchennahe Personen.

„Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist, wie die christliche Kirche, ganz besonders die Römisch-katholische.“ Zitat von Karlheinz Deschner. Dieses Zitat, wurde bis heute nicht angefochten, hat damit auch seine Gültigkeit.

Machen wir zu Beginn einen kurzen Streifzug durch die Verbrechen der Kirche in Vergangenheit und Gegenwart – die Verbrechen einer Organisation, die in unserer Gesellschaft sehr hohes Ansehen genießt und als Moralinstanz angesehen wird.

Auf das Konto der Kirche geht zum Beispiel die Inquisition. Vom 13. bis 18. Jahrhundert kamen bei der Inquisition mindestens 1 Million Menschen ums Leben. Sie galten in den Augen der Kirche als Ketzer. Sie wurden auf grausamst Weise verhört, gefoltert, getötet.
Die Kirche war nicht nur der Urheber dieser Morde und Qualen, sondern die Kirchenmänner waren in den Folterkammern an den Verhören direkt beteiligt.

Wenn „Ketzer“ verbrannt wurden, dann war das ein großes öffentliches Schauspiel. Zuvor wurden sie gefoltert, zum Beispiel auf einem Befragungsstuhl mit Eisendornen unter dem Sitz, unter dem auch noch ein Feuer angezündet werden konnte.
Oder mit der Schädelschraube. Beim Zusammenziehen durchbohren die Dornen den Schädel.

Oder auf der sogenannten Judaswiege. Da wird der Ketzer auf eine spitze Pyramide gesetzt und immer wieder abgesenkt – kann man sich vorstellen, was das für unvorstellbare Schmerzen sind. Oder die Streckleiter: Da werden die Schultern ausgerenkt, gebrochen. Manche überlebten schon die Folter nicht.

Eine andere Opfergruppe der Kirche sind die Millionen Menschen, die bei den Kreuzzügen im 11. bis 13. Jahrhundert ums Leben kamen durch kirchliche Kreuzritter. Da wateten dann vor Jerusalem die Kreuzritter im Blut ihrer Opfer. Einer der Schlachtrufe war: „Gott will es“. Und nebenbei wurden dann auch noch öffentlich sogenannte „Ketzer“ verbrannt.

Eine weitere Opfergruppe sind die sogenannten „Heiden“. Während des Mittelalters wurden Zehntausende germanische und slawische Heiden von deutschen Königen mit Gewalt zum Christentum bekehrt oder, wenn sie sich nicht taufen lassen wollten, grausam abgeschlachtet.

Verbrechen der Kirche: Da gehören auch die Juden dazu, die schon während des Mittelalters vom 11. bis 14. Jahrhundert immer wieder blutigen Pogromen ausgesetzt waren mit Tausenden von Toten, vorbereitet durch kirchliche Hetze über Jahrhunderte hinweg. Der Papst hat schon damals angeordnet, dass die Juden bestimmte Zeichen tragen müssen – die Vorläufer des Judensterns unter den Nazis.

Ein weiteres großes Verbrechen der Kirche ist die Eroberung Amerikas gewesen. In den ersten 150 Jahren nach der Eroberung starben „im Namen Gottes“ 100 Millionen Menschen. Ein Theologe in der Zeitschrift Publik Forum bezeichnet das als den größten Völkermord aller Zeiten, der auch auf das Konto der Kirche geht.

Opfer der Kirche waren auch die Katharer, Waldenser, Hussiten, also Andersgläubige, die auf Geheiß der Kirche vernichtet wurden. Es waren christliche Gruppen, die außerhalb der Kirche versuchten, ihr Christentum zu leben, die z.B. den Kriegsdienst verweigerten, die Vegetarier waren; all das war Grund genug für die Kirche, sie umzubringen.

Eine weitere Opfergruppe sind die sogenannten „Hexen“. Der „Hexenwahn“ wütete besonders in Deutschland – etwa 100 000 Opfer werden da geschätzt, zumeist Frauen. Auch Luther übrigens ließ Hexen verbrennen.

Die Verbrechen der Kirche geschahen aber nicht nur in der Vergangenheit. Der Völkermord in Kroatien fand noch Mitte des 20. Jahrhunderts statt. Zwischen 1941 und 1943 wurden in Kroatien 750.000 orthodoxe Serben ermordet – unter maßgeblicher Beteiligung katholischer Geistlicher, und mit Billigung des Vatikans.

Opfer der Kirche gibt es auch in der heutigen Zeit – z.B. Kinder die von Pfarrern und Priestern sexuell missbraucht werden. Auch Nonnen werden von Priestern vergewaltigt. Im Spiegel war zu lesen: Schwangere Nonnen werden zur Abtreibung gezwungen, aus dem Orden verstoßen; das sind keine Einzelfälle, sondern das geschah in 23 Ländern.

In Ruanda, wo in hundert Tagen 800.000 Menschen umgebracht wurden, hätte die Kirche als einzige Autorität die Möglichkeit gehabt, das zu stoppen. Doch die Priester und Nonnen haben zugesehen, haben sich teilweise selbst daran beteiligt und den Mördern geholfen.

Eine Gruppe von Opfern der Kirche, die oft nicht genannt wird, sind die Tiere. Jedes Jahr leiden und sterben in Deutschland Millionen Tiere bei Tierversuchen, oder sie fallen der industriellen Massentierhaltung zum Opfer, sterben im Schlachthaus einen elendigen Tod oder landen einfach auf dem Müll, um den Fleischpreis stabil zu halten. Sie fragen jetzt vielleicht, was hat das mit der Kirche zu tun: Der Kirchenlehrer Thomas von Aquin hat den Tieren die Seele abgesprochen. Im katholischen Katechismus wird auch heute erklärt, man dürfe den Tieren nicht die Liebe zuwenden, die einem Menschen gebührt. Also, die Art und Weise, wie wir uns heute gegenüber den Tieren verhalten, geht ebenfalls auf das jahrhundertelange Gedankengut der Kirche zurück.

Das waren jetzt Zahlen und Statistiken, aber hinter jeder Zahl stehen Einzelschicksale, stehen Menschen, die leiden, und die dann womöglich auch noch glauben, im Namen Gottes ihr Leben lassen zu müssen. Jedes Opfer ist ein Opfer zu viel.

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