BALKANISIERUNG der iberischen Halbinsel?

Es geschieht z.Zt. das, was Spaniens Staatsfeinde gerne hätten — nämlich die „BALKANISIERUNG“ der iberischen Halbinsel…; Tatsache ist aber: Die einzige eigenständige Ethnie inkl. Sprache sind die Basken. Alles andere sind historische Provinzen mit deutlich weniger Unterschieden als zwischen Friesland und Bayern, Rheinland und Preussen, Schwaben und Sachsen, etc. Daran hat nicht einmal die Hochkultur der „Mauren“ (Syrer und Nordafrikaner) etwas geändert…!! PS: Ich bin seit 30 Jahren in Spanien buchstäblich zu Hause.

Es dürfte klar sein, dass keiner der Kontrahenten als Sieger aus diesem Konflikt hervorgehen wird. Da stellt sich die Frage: Wem nützt er? Die Antwort ist schwer zu glauben: Der größte Nutznießer der gegenwärtigen Entwicklung ist niemand anderes als der Schuldige an der Misere – die Finanzindustrie.

Die separatistische katalanische Bewegung konnte nur deshalb so stark werden, weil die sozialen Gegensätze in Spanien in den vergangenen Jahren explodiert sind. Das wiederum ist vor allem auf die hemmungslosen Aktivitäten des immer mächtiger gewordenen und vor Kriminalität strotzenden spanischen Bankensektors zurückzuführen. Kein anderes Land in Europa hat eine derartige Plünderungsorgie durch die Finanzelite erlebt wie Spanien. Ab 2001 ließen Spekulanten nach der Liberalisierung des Bodenrechtes innerhalb von nur 7 Jahren 4 Millionen Wohnungen hochziehen. Die Folge: 2008 platzte die bis dahin größte Immobilienblase in Europa und stürzte Spanien in seine schwerste Krise der Nachkriegszeit.

Jedoch es gibt auch ein Licht am Horizont: Ada Colau, Barcelonas 43-jährige Bürgermeisterin. Barcelona bekommt den Kollateralschaden des Katalonien-Konflikts zu spüren. Berufspolitikerin ist Colau erst seit Kurzem, bekannt wurde die heute 43-Jährige als Aktivistin. Unter anderem gründete die einstige Hausbesetzerin eine Plattform für Betroffene der Immobilienkrise – die gegen massenhafte Zwangsräumungen durch Hypothekenbanken vorging und die Vermietung beschlagnahmter Wohnungen zu sozialen Preisen forderte.

Öffentlich beschimpfte sie damals Banker als „Kriminelle“. 2015 trat sie dann bei der Bürgermeisterwahl an: als Kandidatin der linksalternativen, basisdemokratischen Plattform „Barcelona en comú“ („Barcelona gemeinsam“), die unter anderem von der Protestpartei Podemos getragen wurde. Die Polit-Außenseiterin versprach gesellschaftlichen Ausgleich, kündigte der allgegenwärtigen Korruption den Kampf an. Und gewann. „Colau hat einen sehr guten Draht zur um Podemos versammelten spanischen Linken. Aber ich bin skeptisch, ob sie den gleichen Draht zu Mariano Rajoy herstellen kann.“

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