Regierungsposse

Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts.

Glyphosat darf in der EU weitere fünf Jahre eingesetzt werden, auch Merkeldeutschland hat dafür gestimmt. Konkret war es das Landwirtschaftsministerium, das damit beweist, daß die CSU weiterhin Schaden anrichtet, trotz ihrer Stimmenverluste. Das SPD-geführte Umweltministerium war übrigens dagegen. Das krebserregende Umweltgift Glyphosat schädigt Insekten und rottet Bienenvölker aus. Aber das interessiert weder die wirtschaftsfreundliche EU noch die CSU. Merkel hat tatsächlich den CSU-Landwirtschaftsminister wegen seines Brüsseler Alleingangs zu Gunsten des Glyphosats „scharf“ gerügt. Die milde Schelte von Mutti steckt der Schelm weg, wie nichts. Nein, aus strafrechtlicher Sichtweise ist Herr Schmidt ein ehrenwerter Mann. Dem lässt sich vordergründig nichts anhängen. Hintergründig könnte man natürlich nachforschen, ob es auf geheimen Konten geheime Bewegungen gegeben hat, doch erstens besteht halt auch hierfür wieder kein ausreichender Anfangsverdacht und zweitens besteht das Problem darin, dass geheime Konten viel zu geheim sind, um ihre Existenz überhaupt beweisen zu können. Die SPD blubbert ihre Sprechblasen in den Wind und erhofft sich noch ein bisschen mehr Eigengewicht bei den anstehenden GroKo-Verabredungen.

Aber niemand fragt, warum Christian Schmidt der Verlängerung der Glyphosat-Genehmigung wirklich zugestimmt hat! Es geht der Merkel dabei nicht um die Gesundheit aller, die ist ihr herzlich egal, auch nicht um die Befehlskette, da ist sie zufrieden, wenn sie nicht mit Entscheidungen behelligt wird. Es geht Merkel um die SPD. Sie will ja die große Koalition zurück, wo sie einfach bestimmen konnte. Wenn nun so ein CSU-Unterling es wagt, die SPD zu verärgern, ist das natürlich ärgerlich – und ein Grund einzuschreiten.

So ganz am Rand nützt die Entscheidung, das giftige Glyphosat in der EU weiterhin zuzulassen, vor allem der Firma Bayer. Das Dreckszeug stammt aus der landwirtschaftlichen Giftküche von Monsanto, es ist der wichtigste Gewinnbringer dieser Firma. Bayer legt gerade mehr als 60 Milliarden Euro für Monsanto hin. Da wären ein paar Gefälligkeits-Milliönchen für einen Landwirtschaftsminister doch die reinsten Erdnüsse. Weil dieser mit Ja statt mit Enthaltung gestimmt hat, fließen die Gewinne weiterhin. Eine Investition in aller Freundschaft hätte sich demnach ausgezahlt. Aber wir wissen ja, daß Demokraten allesamt integre, ehrliche und unbestechliche Sachwalter des Wohles der eignen Partei sind.

Ach was!

Was reg‘ ich mich auf?

Die Entscheidung ist gefallen und – wundersamerweise – ist sie auch sofort irreversibel.

Was war in dieser EU nicht schon alles irreversibel und ist dann doch in Nacht- und Nebel-Aktionen ins Gegenteil verkehrt worden – und ausgerechnet bei dieser total verkehrten Entscheidung soll das nun vollkommen unmöglich sein?

Ich glaube, niemand sollte sich wundern, wenn ich sage, dass ich mir jetzt ziemlich krass verarscht vorkomme. Die einen wundern sich sowieso nicht, weil sie es darauf angelegt haben, mich und sehr viele andere EU-Bürger zu verarschen, und die anderen bräuchten nur ein ganz klein wenig Nachdenken und Forschen im jüngeren Langzeitgedächtnis, um sich ebenfalls verarscht vorzukommen.

Ich wette: Wollte Angela Merkel ernsthaft das deutsche „Ja“ zurücknehmen, sie hätte es sofort getan und sich damit durchgesetzt.

Alles andere ist alternativloser Kokolores.

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