Bürgerversicherung

Ärzte laufen Sturm gegen Bürgerversicherung.

Mit heftigen Protesten haben Ärzteverbände auf SPD-Forderungen nach einer Bürgerversicherung reagiert. „Wer die Bürgerversicherung will, der startet den Turbolader in die Zwei-Klassen-Medizin“, sagte Bundesärztekammer-Präsident Frank-Ulrich Montgomery. (…)

Sollte das Thema Bürgerversicherung tatsächlich der „Knackpunkt“ der Gespräche von SPD und Union sein? Oder wird hier lediglich ein Thema „hoch gekocht“ – vergleichbar mit dem Mindestlohn in 2013? Nicht auszuschließen ist ein Kompromiß, der z.B. ähnlich löchrig ist wie der derzeitige, angeblich flächendeckende gesetzliche Mindestlohn. Später dürfte es dann erneut heißen: „Wir wollen ja etwas verbessern, aber die Vereinbarung läßt das nun nicht zu“. Übrigens: Der Wandel des Frank-Ulrich Montgomery vom Vorsitzenden der Ärztegewerkschaft Marburger Bund zum Präsident der Bundesärztekammer ist schon bemerkenswert: Flexibiltät bzw. Wandlungsfähigkeit zahlen sich offenbar aus. Das ist eine Gemeinsamkeit, die er mit zu vielen SPD-Spitzenfunktionären teilt, oder? Bloß nichts unternehmen, was der Mehrheit der Bevölkerung wirklich nutzen könnte.

Aber, nicht „die Ärzte“ laufen Sturm, sondern „ein Ärztefunktionär“, der erkennbar weder das Allgemeinwohl, noch das Gesundheitssystem, sondern die Partikularinteressen „der Ärzte“ im Sinn hat. Und selbst das ist noch falsch. Es geht nicht um die gesamte Ärzteschaft, sondern um eine kleine, privilegierte Gruppe der Ober- und Chefärzte und einiger gut aufgestellter Fachärzte mit Praxen im städtischen Raum, die momentan ungemein vom aktuellen System profitieren und verständlicherweise kein Interesse an Veränderungen haben. Darauf muss SPIEGEL Online seine Leser eigentlich hinweisen. Zusammen mit der Überrschrift ist dies hoch manipulativ.

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