Arbeitsmarktzahlen Dezember 2017

Die Bundesanstalt zur Verschleierung der Arbeitslosigkeit meldet Überschüsse, weil immer mehr Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Die Konjunktur blüht und das Land ist reich, sagt man uns. Andererseits sollten wir uns anschauen, womit in Merkeldeutschland hauptsächlich Geld verdient wird: Mit Automobil- und Maschinenbau, also mit Technologien des vorvergangenen Jahrhunderts.Ach, es geht uns doch wirklich gut? Natürlich geht es uns gut, in einem Land, das auf Verschleiß gefahren wird. Wir investieren nicht in die Zukunft und nicht in die Infrastruktur. Uns geht es deshalb gut, weil wir unsere Nachbarn wirtschaftlich ausbeuten. Wer nicht nach Tarif bezahlt wird – und das sind die vielen, vielen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze, die neu entstanden sind – arbeitet zu Dumpinglöhnen. Wir können Frankreich, Italien und Spanien ausplündern, auf diese Weise Reichtum ansammeln… Doch halt, nur einige wenige sammeln Reichtum an, der Rest hat nichts zu sammeln.

Es setzt sich ein Trend am aktuellen Rand der Entwicklung fort, der ein oftmals kritisiertes Muster der Vergangenheit relativiert – nach dem die zusätzliche Beschäftigung vor allem über „atypische“ Beschäftigungsverhältnisse aufgebaut wird, also vereinfacht gesagt zwar neue Jobs entstehen, diese aber prekär und von schlechter Qualität sind.

„Auch 2017 wurde der überfällige Richtungswechsel in der Arbeitsmarktpolitik nicht vollzogen. Es ist und bleibt ein Skandal, dass Millionen Beschäftigte Niedriglöhne beziehen, unfreiwillig in Teilzeit arbeiten, mit Hartz IV aufstocken oder mehreren Jobs nachgehen müssen, um über die Runden zu kommen. Arbeit muss existenzsichernd werden. Der Mindestlohn muss auf zwölf Euro erhöht werden, Leiharbeit und sachgrundlose Befristungen dürfen nicht länger möglich sein. Eine neue Bundesregierung muss dringend die Rahmenbedingungen für gute Arbeit schaffen. Armut trotz Arbeit muss endlich der Vergangenheit angehören. Bei den Sondierungsgesprächen muss Arbeitsmarktpolitik daher höchste Priorität haben“, erklärt Sabine Zimmermann, stellvertretende Vorsitzende und Arbeitsmarktexpertin der Fraktion DIE LINKE, zum aktuellen Bericht der Bundesagentur für Arbeit. Quelle: die Linke im Bundestag.

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