Boh ey, offene Stellen – Rekord!

1,2 Millionen freier Stellen, so viel wie seit irgendwann nicht mehr, haben die Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) pünktlich zum „Ja“ der SPD-Basis zum Koalitionsvertrag unter die Medien geworfen, auf dass der Ruhm der alten GroKo, die Konjunktur angeheizt zu haben, sich auch auf die neue GroKo übertrage. Merkt ihr was? 

Kaum ist die neue GroKo mit Hilfe der SPD eingetütet, schon schießen die regierungstreuen volles Rohr auf die Bevölkerung. Wer da nicht in das „Weiter so“ mit einstimmt, entstammt vermutlich bildungsfernen Schichten, gehört zum abgehängten Prekariat.

Das IAB macht den Job, die tatsächlich freien Stellen zu erforschen, schon seit Jahrzehnten, und bringt dabei regelmäßig Zahlen heraus die regelmäßig weit über den bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten freien Stellen liegen. Die vom IAB genannten 1,2 Millionen freien Stellen müssen infrage gestellt werden. Und dass liegt darin, dass in der Befragung der Arbeitgeber ja keine harten Fakten ermittelt werden, sondern „freiwillige Angaben in einem Fragebogen“, wo – das lehrt die Erfahrung – eher optimistische als pessimistische Einschätzungen abgegeben werden, und dies zumeist von einem Mitarbeiter, der nicht der Betriebs- oder Unternehmensleitung angehört und in die strategischen Planungen eher nicht eingebunden ist. Deshalb existieren die Angaben immer in der dünnen Luft der Hochrechnungen. Unternehmer, die überzeugt sind, mit mehr Beschäftigten mehr Aufträge erledigen und ihren Gewinn erhöhen zu können, finden diese Arbeitskräfte auch. Doch die Erzählung vom Fachkräftemangel, mit dem ja auch ein Teil der Zuwanderungspolitik begründet werden muss, könnte kaum aufrechterhalten werden, gäbe es die vom IAB veröffentlichten Zahlen nicht. Das vollständige Zahlenwerk siehe hier.

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