Steuertrickser bleibt frei

Wenn ich einen Beitrag in der Süddeutschen Zeitung über sogenannte „Cum-Ex-Geschäfte“ lese, kommt mir sofort das Thema Meinungsmache in den Sinn.

Seit fast fünfeinhalb Jahren lebt der Anwalt Hanno Berger, 67, der einst als Deutschlands größter Steuertrickser galt, im schönen Engadin. Nach einer Razzia bei ihm und bei der Hypo-Vereinsbank Ende 2012 hat sich der frühere Finanzbeamte in die Schweiz abgesetzt. Sicherheitshalber, um einer möglichen Verhaftung zu entgehen. Berger ist einer der Hauptbeschuldigten in einem mutmaßlichen Steuerraubzug, der als einzigartig in der Bundesrepublik gilt. Zahlreiche Banken und Börsenhändler sollen mit Hilfe von Juristen wie Berger den Fiskus um insgesamt etliche Milliarden Euro geschädigt haben.

Fazit: Wehe ein kleiner Steuerzahler wird beim Mauscheln entdeckt, dann trifft die Härte des Gesetzes, doch diese Herren in den Nadelstreifen lässt man laufen. Ausserdem ist Der Begriff „Steuertrickser“ in diesem Zusammenhang mehr als unglücklich. Hier geht es nicht um „Tricksereien“, sondern um potentiell schwere Straftaten. Die Süddeutsche käme ja auch nicht auf die Idee, einen potentiellen Vergewaltiger als „Filou“ zu bezeichnen.

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