Erdogan Gündogan, Özil & Co

Bevor viele über Gündogan und Özil sich voll aus dem Fenster lehnen, sollten wir aber auch gerechter Weise andere deutsche Nationalspieler benennen. Denn wie einer zitierte, gehören sie ebenfalls nicht hellsten Kerzen auf der Fußballtorte. Also hängt die Äußerungen von den beiden mit türkischen Wurzeln nicht allzu hoch. Und meiner Meinung nach ist Cem  auch nicht gerade der hellste.

Beispiel: Philipp Lahm, der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft kritisierte seinerzeit die Inhaftierung der Oppositionsführerin Julia Timoschenko.

Ob Lahm im Falle einer Finalteilnahme bei der Siegerehrung dem ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch die Hand reichen würde, hält sich der 85-malige Nationalspieler offen. Lahm vergaß wohl, das Janukowitsch damalig demokratisch gewählt wurde. Lahm hat sich politisch instrumentalisieren lassen.

Die Meisterin des Marketings: Julia Timoschenko saß in der Ukraine in Haft; es geht um Macht und Geld.

Timoschenko war im Jahr 2011 wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Konkret ging es um ein umstrittenes Gasgeschäft mit Russland in ihrer Zeit als Regierungschefin. Nach Ansicht Timoschenkos, die im vergangenen Februar in Folge der politischen Umwälzungen in ihrem Land auf freien Fuß kam, war das Verfahren gegen sie politisch motiviert. Damit sei gegen ihr Recht auf einen fairen und unparteiischen Prozess verstoßen worden. Außerdem klagte die 54-Jährige in Straßburg wegen der Haftbedingungen im Gefängnis der ostukrainischen Stadt Charkiw, wo sie zweieinhalb Jahre inhaftiert war. Die Vorwürfe richteten sich gegen die frühere Regierung von Viktor Janukowitsch, der im Februar 2014 gestürzt worden war. Nach Angaben des Straßburger Gerichts räumte die neue ukrainische Regierung in einer Erklärung die von Timoschenko geltend gemachten Menschenrechtsverstöße ein. Die Politikerin habe sich mit dieser Erklärung einverstanden erklärt, somit liege eine gütliche Einigung vor, teilte das Straßburger Gericht mit. Nach Angaben einer Sprecherin des Gerichtshofs ist derzeit in Straßburg noch eine dritte Beschwerde der Politikerin anhängig. Über deren Inhalt will sich der Gerichtshof demnach aber erst zu einem späteren Termin äußern.

Freiwillig hat die Julia Timoschenko bisher das Feld noch nie geräumt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kommt sie zunächst dank ihres Schwiegervaters, eines Parteifunktionärs, zu einer Videothek. Der Laden ist eine Goldgrube. Den Gewinn daraus steckt sie in den Kauf einer Aktie der russischen Waren- und Rohstoffbörse. Das Startkapital von 100.000 Rubel verfünfundvierzigfacht sich in kurzer Zeit. Timoschenko ist mehrfache Millionärin und steigt ins Energiebusiness ein. Ein Großteil des Gasumschlags zwischen Russland und der Ukraine wird in der Schattenwirtschaft abgewickelt. Schmiergeldzahlungen und Betrug in großem Ausmaß schaffen eine Clique Milliarden schwerer Oligarchen.

Vermögen: Geschätzte sechs Milliarden Pfund

Eine der bedeutendsten: Julia Timoschenko. Ihr Unternehmenskonglomerat EESU macht nach zwei Jahren bereits einen Umsatz von zehn Milliarden Dollar. Timoschenko kontrolliert nach Angaben der Autoren Dmitri Popov und Ilia Milstein Anfang 1997 rund 25 Prozent der ukrainischen Wirtschaft. Die Londoner „Times“ beziffert ihr persönliches Vermögen auf bis zu sechs Milliarden Pfund.

Fazit: Um politische Entscheidungen beeinflussen zu können und einen besseren Zugang zu Präsident Leonid Kutschma zu haben, kandidiert Timoschenko Ende 1996 fürs Parlament – auch lockt die damit verbundene Immunität. Mit dem Rekordergebnis von 92,3 Prozent der Stimmen gewinnt sie ihren Wahlkreis. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Für mich ist es egal, welcher Millionär in der Nationalmannschaft Fußball spielt oder nicht spielt! Sie gehören zum Klub der Reichen, während die Armut hier in Deutschland mit seinem Niedriglohnsektor immer größer wird. Wir haben eine Zerrissene Republik und diese Herren stört das eher weniger.

Dazu passt:

Da die Aufstiegsmobilität spürbar nachgelassen hat, saugen Gruppierungen wie die »Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes« (Pegida) Honig aus der zunehmenden Verteilungsschieflage und stellen ihre demagogische Propaganda als Ergebnis der Machenschaften einer korrupten Elite und einer Welle der Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme dar.

Christoph Butterwegge hat Recht:

Heiß debattiert wird die Frage nach den gesellschaftlichen Ursachen dieser Entwicklung, von deren Beantwortung nicht zuletzt abhängt, welche Gegenstrategie man zwecks Eindämmung oder Zurückdrängung des Rechtspopulismus favorisiert. Hier sollen zunächst die Erscheinungsformen, Begleiterscheinungen und Ursachen der sich vertiefenden Kluft zwischen Arm und Reich skizziert werden. Danach werden soziale Ungleichheit, Demokratieabbau und Rassismus mit dem Neoliberalismus in Verbindung gebracht. Dieser ist mit dem Rechtspopulismus insofern kompatibel, als der Standortnationalismus wie eine ideologische Brücke fungiert. Nur wegen der Geistesverwandtschaft zwischen Neoliberalismus und Rechtspopulismus war die Gründung der Alternative für Deutschland trotz heftiger Flügelkämpfe zwischen ihren Hauptrepräsentanten innerhalb der Partei erfolgreich.

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