EU subventioniert Ausbeuter

Steuergelder an Ausbeuter-Betriebe

„Insgesamt 58 Milliarden Euro schüttet die EU jedes Jahr an Agrarsubventionen aus, obwohl Betriebe im Obst- und Gemüseanbau gegen Lohn- und Arbeitsschutzvorschriften verstoßen. Allein ein Gemüseproduzent in der spanischen Provinz Almeria in Andalusien hat nach Informationen des Bayerischen Rundfunks in den vergangenen drei Jahren 3,4 Millionen Euro Fördermittel erhalten, trotz Verstößen gegen Lohn- und den Einsatz von giftigen Spritzmitteln ohne Schutzkleidung.“

Sklaverei und Slums in Europa

Zehntausende Migranten und Flüchtlinge suchen in der Landwirtschaft in Spanien und Italien Arbeit. Durch die steigenden Zahlen wird der Konkurrenzdruck größer. Viele Landwirte und Grundbesitzer nutzen die Not der Arbeitssuchenden skrupellos aus.

Im spanischen Almeria, dem weltweit größten Obst- und Gemüseanbaugebiet mit Gewächshäusern, verdienen viele Erntehelfer nur 25 Euro am Tag, obwohl der Tariflohn rund 47 Euro vorschreibt. Gewerkschaften und Flüchtlingsorganisationen sprechen von „moderner Sklaverei“. Tausende Feldarbeiter können sich keine Wohnung leisten. Sie leben in selbstgebauten Hütten aus Müll, ohne Wasser und Strom.

Deutsche Supermärkte lehnen Verantwortung ab

Die Ware der kritisierten Landwirte und Anbaubetriebe landet auch in Deutschland in den Regalen der großen Supermarktketten. Produkte aus Spanien wurden in den Geschäften von Edeka, Rewe, Real, Penny und Lidl gefunden. Bauern aus Almeria beklagen: Die deutschen Händler seien die größten Preisdrücker. Laut der Hilfsorganisation Oxfam wird der Kostendruck in voller Härte an die Erntehelfer weitergegeben und ist ein Hauptgrund für die Ausbeutung der Arbeiter.

Die großen deutschen Supermarktketten weisen die Verantwortung von sich. Auf BR-Anfrage berufen sie sich auf das Zertifikat GlobalG.A.P. Die Anbaubetriebe würden danach vor Ort auf Missstände kontrolliert.

Da bereits in der Vergangenheit in zertifizierten Betrieben Probleme dokumentiert wurden, steht Global G.A.P. jedoch in der Kritik. Es handelt sich zudem um ein Label, das die Handelsbranche selbst finanziert.

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