Medien als AfD-Wahlkampfhelfer

Spiegels linkes Aushängeschild mit Feigenblatt Jakob Augstein mutiert zum AfD-Wahlkämpfer. Seine Aussage: 

„Durch Einwanderung könnte Deutschland zum neuen, besseren Amerika werden. Wir müssten uns nur von lieben Gewohnheiten verabschieden – zum Beispiel vom Sozialstaat, wie wir ihn kennen.“

Dies ist keine verfälschende Zuspitzung, der vertrat es in seiner Kolumne „Ein deutscher Traum“ explizit so.

Jedoch das ist beim Populismus-Bashing nicht alles, nur sechs Tage später kommt die FAS mit einem Aufmacher des Wirtschaftsteils von Ressortleiter Rainer Hank unter dem Titel „Nationalsozial“, bzw. auf FAZ.net „Nationalsoziale Alternative“ in dem dieser das Gleiche von sich gibt, nicht ganz so offen, aber dafür wortreicher und voller infamer Verleumdungen und perfider Verdrehungen. Vorbild sind wieder die USA:

„Man kann offene Grenzen haben oder einen üppigen Wohlfahrtsstaat, aber keinesfalls beides zusammen, das war dem Chicagoer Ökonomen Milton Friedman schon 1978 bewusst. Amerika hat sich für viel Einwanderung entschieden, nimmt dafür aber weniger Sozialstaat in Kauf.“

Dieser Text ist noch perfider als dem von Spiegel-Kolumnist Jakob Augstein. So schreibt Hank in der fünften und letzten Spalte seines Textes. Er übernimmt damit klar die Einschätzung, dass offene Grenzen für alle mit einem Abbau des Sozialstaats einhergehen müssen.

Bescheidene Forderungen wie die Stabilisierung des Standard-Rentenniveaus bei 50 Prozent, weit unter dem österreichischen Niveau, werden ebenso als Populismus abqualifiziert, wie die Kritik an der Riester-Rente, mit der sich erwiesener Maßen nur die Finanzbranche staatlich subventioniert die Taschen vollgemacht hat. Diese Kritik ist nicht nur populistisch, sie ist sogar populistisch-antikapitalistisch, ebenso wie Forderungen nach Begrenzung der Leiharbeit und Rückdrehen der Hartz-Gesetze, die man auch von jedem aufrechten Sozialdemokraten hören kann. Was an Zuständen antikapitalistisch sein soll, mit denen der bundesdeutsche Kapitalismus jahrzehntelang hervorragend gefahren ist, versucht der Chef-Wirtschaftsexperte der einflussreichen Zeitung nicht einmal ansatzweise zu erklären.

Nebenher wird noch die angekündigte linke Sammlungsbewegung um Sahra Wagenknecht  im Schnellverfahren mit Nazi-Wurzeln versehen, weil sie die von Hank bevorzugte Wahl der USA ablehnt, und lieber den Sozialstaat bewahren als die Grenzen für alle öffnen wolle:

„Ihre Wurzeln hat sie in Deutschland im sogenannten Tat-Kreis der dreißiger Jahre und beim linken Flügel der NSDAP, die sich das Ziel eines deutschen Sozialismus auf die Fahnen geschrieben haben.“

Voll Nazi also. Es ist schon ungewöhnlich, dass sich damit der FAS-Ressortleiter implizit der grotesk übersteigerten Kritik der Linksterroristen und ihrer Unterstützer aus früheren Zeiten anschließt, wonach die Bundesrepublik ein im Kern faschistischer Staat war. Denn sie hat ja bis vor kurzem im allgemeinen Konsens die Grenzen geschützt und den Sozialstaat verteidigt.

Dass Hanks Text so extrem daherkommt, wenn man ihn durchdenkt, liegt an der totalitär-neoliberalen Grundeinstellung des Autors. Für ihn kann es keine vernünftige Alternative zum Kapitalismus angelsächsisch-neoliberaler Prägung geben. Interessengegensätze werden einfach weggeleugnet. Wer nicht einsieht, dass der neoliberale Kapitalismus das einzig Wahre ist, ist dumm, Populist, Faschist oder Schnorrer.

Mit diesem Text hat Hank zweifellos Augstein als Top-Wahlkämpfer der AfD überflügelt. Aber was stören aufrechte Neoliberale schon ein paar Prozent mehr für die AfD, wenn sie dafür den Sozialstaat leichter abbauen können, weil keiner ihn mehr verteidigen will, aus Angst als Populist oder gar Nazi abgestempelt zu werden.

Fazit: Wer jetzt immer noch glaubt die Forderung nach offenen Grenzen sei “human” und nicht neoliberal, dem kann man nicht mehr helfen.

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