Werbung banalisiert das Töten – Kein Werben fürs Sterben

Seit einigen Tagen startete eine neue Plakatkampagne der Bundeswehr, mit der Jugendliche und junge Erwachsene für Deutschlands Kriege begeistert werden sollen. Der Beruf „Soldat*in“ soll ein Job wie jeder andere sein. Dass mit diesem „Beruf“ immer Gewalt und die Möglichkeit zu töten oder getötet zu werden einhergehen, wird ausgeblendet.

Für mich als »Nachkriegskind«, der die kaputten Häuser und Strassen noch mitbekommen hat, ist der erste September ein Kampf- und Gedenktag gegen Krieg und Faschismus. 

Es brennt an allen Ecken, noch nie war die Gefahr eines neuen Weltkriegs so nah wie heute. Da steht keiner auf und macht das zum Hauptthema des Antikriegs- oder Weltfriedenstages? Milliarden fließen für die Beteiligung der Bundeswehr an Kriegen in aller Welt, dadurch entsteht eine soziale Schieflage, wie sie seit langem in der BRD nicht existierte. »Abrüsten statt aufrüsten«, diese Friedensinitiative kam nur durch Unterschriftensammlungen zum Tragen. Sie hätte ins Zentrum der Veranstaltung gehört! »Solidarität statt Hetze« – die gibt es nur, wenn Kriege und Rüstung gestoppt werden, sind sie doch die Ursachen für Armut, Flucht und soziale Spannungen in der Gesellschaft, eben auch für den Rechtsruck in allen kapitalistischen Ländern. Die Zusammenhänge erkennen, darum geht es bei der Bekämpfung von Faschismus, der stets von Rassismus und Antisemitismus geprägt ist. Statt »Kein Bock auf Nazis«, wie es auf einem Großtransparent hieß, müsste es auch heißen: »Gegen Faschismus und Krieg«. »No pasarán – sie werden nicht durchkommen« wird nur gelingen durch Kampf für eine gerechte und friedliche Welt. Es ist Wahlkampf in Hessen. Da steht die Verhinderung der AfD im Vordergrund. Aber auch dabei dürfen die politischen und ökonomischen Zusammenhänge nicht außer acht gelassen werden.

Haben wir nicht genug Lehren aus den Kriegen erzielt, unversöhnlich ist für mich: Tötung, Verstümmelung, Erkrankung, Verseuchung von Millionen der Menschen, Ausrottung der Menschenblüte Europas und der Welt, moralische Rebarbarisierung der Völker, Verwüstungen heiliger Kulturschöpfungen von Generationen, Verschleuderung Hunderter von Milliarden, Dezimierung gesellschaftlichen Reichtums zu Lasten der Zukunft; Teuerung; Hungersnot; eine Sintflut von Kummer und Tränen, ein endloser Gespensterzug trauernder Mütter und Väter, Witwen und Waisen.

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