Was haben Karl Marx und Jesus gemeinsam?

Beide werden posthum von reaktionären Kräften für deren Zwecke missbraucht!

Es ist schon traurig, dass nahezu überall in Deutschland (und nicht nur in Deutschland!) ein Jesuskreuz hängt, manchmal sogar mehrere, auch in öffentlichen, also „weltlichen“ Räumen, zum Beispiel in Schulen, Krankenhäusern und Gerichtssälen.

Manchmal sogar in Form einer überlebensgroßen, hölzernen oder bronzenen Statue, die diesen geistigen Brandstifter darstellt, genannt Jesus Christus, der ein unverbesserlicher „Gutmensch“ war; ein Mensch, der den gedanklichen Nährboden zusammen mit seinem Vater und seinen AnhängerInnen in Form eines dicken Buches festhielt, dessen Lehre, eine intelligente Kopfgeburt, schnurstracks zu den Hexenverbrennungen, zu den brutalen Metzeleien während der Kreuzzüge und zum 30jährigen Krieg führten und die den ideologischen Background für reaktionäre Päpste und Bischöfe, für die CDU/CSU und viele andere schreckliche Dinge lieferte, auch für kapitalistische, verbrecherisch handelnde Unrechtsregime bis auf den heutigen Tag, die sich aber seltsamerweise als „christlich geprägte Länder“ definieren, die unter anderem auch imperialistische Kriege gegen friedliche, oftmals unpolitische, sogenannte „einfache“ Mitmenschen – also gegen Kinder, Frauen und Greise – führten und führen, nur, weil sie die Rohstoffe des jeweils anderen Landes gewaltsam und nicht rechtmäßig an sich bringen woll(t)en, nur, weil man die eigene Hegemonialmacht vergrößern wollte oder will, koste was es wolle.

Im Namen von Jesus Christus wurden auch „Andersgläubige“ brutal verfolgt, drangsaliert, sogar ermordet, weil sie nicht zu seiner Lehre passten, zum Beispiel die Juden, die Atheisten. Auch, wenn solche kleinen oder großen Kruzifixe vermutlich keine Unsummen an Kapital verschlingen, sollte man das Geld lieber z.B. an Friedensorganisationen, an humanistische Verbände, an den Kinderschutzbund oder an ähnliche Institutionen vergeben.

Hier endet meine kleine Satire mit einer ebenso kleinen Frage, mit einem kleinen Exkurs: Was hat Jesus mit alldem zu tun? Nichts! Was hat Karl Marx oder DIE LINKE mit Stalin zu tun? Insbesondere aufrechte, nicht korrumpierbare Kommunisten und Sozialisten wurden von Stalin verfolgt, ins Gefängnis oder in die Verbannung geschickt, teilweise auch ermordet. Man sollte da Opfer und Täter nicht in einen Topf werfen! Nicht ohne Grund hängt am Parteihaus der Linken eine Gedenktafel, die an die Unrechtsstaaten von Stalin erinnert. Auch das ist richtig: Eine prinzipiell gute und richtige Idee bleibt gut und richtig, auch, wenn man sie hier oder da falsch ausführt(e). Ich setze mich demnach im Sinne von Karl Marx für eine radikaldemokratische, klassenlose Gesellschaft ein, in der man Gleicher unter Gleichen ist, in der keiner hungern oder in Armut leben muss, in der keine Kriege herrschen, in der jeder genug von allem hat, denn: Es ist genug für alle da, wenn man unseren Wohlstand gerecht aufteilen würde- meinetwegen auch in einem positiven, christlichen Sinne.

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