Brasilien nach der Wahl 2018

»Was ist mit diesem friedliebenden Land passiert?

Es hat nie existiert! Dies ist eine romantische Vision. Wie kann man sich Frieden und Gleichberechtigung zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen in einem Land vorstellen, das mit dem Völkermord an der indigenen Bevölkerung und mit einer brutalen Sklaverei von Schwarzafrikanern geboren wurde. Brasilien war schon immer ein ungleiches, rassistisches und klassizistisches Land.

Was im letzten Wahlkampf geschah, war nur eine Zuspitzung des Klassenkampfs: Die Bevölkerung der reichen weißen Brasilianer zeigte ihre tiefe Verachtung gegenüber armen Weißen, Schwarzen und Indios. Das ist nichts Neues, doch erst jetzt haben sie die heuchlerische Maskerade beiseite gelegt.

Waren die Programme des PT also bloß Symbolpolitik, wie die Anhänger Bolsonaros behaupten?

Mit Symbolpolitik hätte der Hunger nicht besiegt werden können. Zwischen 2002 und 2013 ist die Zahl der an chronischer Unterernährung leidenden Menschen um 82 Prozent gesunken. Rund 30 Millionen Brasilianer haben die extreme Armut hinter sich gelassen. Dies ist eine unbestreitbare Leistung der Lula-Regierung, die vor allem durch Familienbeihilfen erreicht wurde. Dazu kamen die Rassen- und Sozialquoten, die Schwarzen, Indios und auch einkommensschwachen Weißen den Zugang zur Hochschulbildung ermöglichten, von der sie zuvor ausgeschlossen waren. Auch wurden die Rechte der LGBT-Minderheiten und der Frauen ausgeweitet, ebenso die Pressefreiheit oder die Handlungsfreiheit der Justiz. Das war keine Symbolpolitik. Es sind ganz konkrete Errungenschaften der Regierungen Lula und Dilma Rousseff.«

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