Der Rüstungswahnsinn

Sie sollten schnellstens in die lukrative Kriegswirtschaft einsteigen, moralische Bedenken hin und her. Am besten beteiligen sie sich an Großprojekten.

Eine zukunftsorientiertere Empfehlung kann es gar nicht geben. Wie wäre es beispielsweise mit Beteiligungen an neuen Kampfflugzeugen oder dem immer noch nicht flugtauglichen Transportflugzeug A-400-M oder der Korvette K-130? Dann könnten Sie doch wieder mit Zuversicht nach vorne schauen, müssten sich um Ihren Absatzmarkt keine Sorgen machen. Der kleine Mann hat ja kein Geld mehr, weil die Herrschaftskasten die Allgemeinheit schleichend ausplündern.

Im Rüstungsbusiness muss auch niemand einen Liefertermin einhalten, Festpreisvereinbarung gibt es auch nicht, das heißt, Sie können jeden Preis verlangen, Sie berufen sich ganz einfach auf eine „Preisgleitklausel“. So schön war freies, volksfinanziertes Unternehmertum noch nie!

In den Herrschaftsetagen interessiert sich auch niemand dafür, dass unsere Innenstädte verkommen, weite Teile der Bevölkerung verarmen, die Infrastruktur schleichend kollabiert, wie am Beispiel der Bundesbahn eindrucksvoll zu besichtigen. Stattdessen wird Geld für hirnrissige Großprojekte wie BER und Stuttgart 21 durch den Kamin gejagt. Alles „bedauerliche“ Kollateralschäden.

Seit 1992 haben sich die deutschen Regime ihre militaristischen Abenteuer auf Volkskosten für sogenannte Auslandseinsätze circa 21,6 Milliarden Euro Kosten lassen, der Sold für die Soldaten ist dabei noch nicht berücksichtigt. Das heißt, erhebliche Milliardenbeträge müssen noch hinzugerechnet werden, die im Schatten intransparenter Militärhaushalte nicht das Licht der Öffentlichkeit erblicken.

Aber es kommt noch besser. Da lassen sich die Feind-Organisationen gegen die Interessen der Völker, die sogenannten Volksparteien einiges einfallen: Zwar ist das noch-Merkel-Regime jederzeit durch ein anderes vergleichbar degeneriertes US-Statthalter-Regime neokonservativ-transatlantischer Prägung austauschbar, doch derzeit möchte es noch sehr viel mehr: Es will den deutschen Rüstungshaushalt von 38,5 Milliarden im Jahr 2018 auf 43,2 Milliarden Euro im kommenden Jahr anheben, Verdunkelungshaushalte anderer Ministerien nicht eingerechnet.

Das sind die modernen Investitionen in den neuen Frieden!

Humanität und Völkerrecht geht denen am Allerwertesten vorbei. Das deutsche Establishment erwartet, dadurch bei sinkendem Stern USA eine größere, miniimperialistische militärische Rolle in der Welt spielen zu können. Was natürlich ein vollkommen rückwärtsgewandter Ansatz ist, den aber Rüstungsindustrie und Kriegslobbyisten schon immer pflegen und vorantreiben. Die Bundeswehr hat nichts mehr mit „Landesverteidigung“ zu tun, sondern will weltweit bei Krisen eine militärische Rolle spielen, weil sich die Elite des Landes daraus Vorteile, Macht und Einfluss verspricht. Der neue Vertrag von Aachen ist ein geradezu kaiserliches Geschenk an die Rüstungsindustrie. Über die Zusammenarbeit mit Frankreich soll es in Zukunft Rechtssicherheit für alle Exporte gerade auch in Krisengebiete geben.

By the way: Wie viele Menschen in Afghanistan seit Beginn der internationalen Intervention vor 17 Jahren starben, weiß kein Mensch. Seit drittem Dezember 2018 ist allerdings bekannt, was die Afghanistan-Einsätze den deutschen Steuerzahler bisher gekostet haben: 11.282.200.000 Euro. Diese knapp 11,3 Milliarden Euro für die Afghanistan-Einsätze machen gut die Hälfte sämtlicher Ausgaben für Auslandseinsätze aus. Auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke belaufen sich die Gesamtkosten für sämtliche Auslandseinsätze seit 1992 auf mindestens 21.602.300.000 Euro, also 21,6 Milliarden .

Das Merkel-Regime und die ihm angeschlossenen sozialdemokratischen kriegsaffinen Militaristen geben sich mit der Aufstockung des Rüstungshaushalts immer noch nicht zufrieden. Sie kriegen den Hals ganz einfach nicht voll: Sie wollen neben dem NATO-Kriegsmoloch, der bereits heute circa 20 Mal mehr für das Militär ausgibt als Russland, einen längst beschlossenen Parallelmoloch europäischer Provenienz schaffen, diesen mit weiteren Volksmitteln ausstatten, um imperialistische Kriege im „Nachbarschaftsraum“ der EU zu führen. Der EU-Moloch heißt PESCO.

Als zukunftsorientierter Klein- und Mittelständler sollten Sie die Zeichen der Zeit erkennen. Sie müssen Verantwortung übernehmen, beispielsweise sich an den Angriffsvorbereitungen auf den Russen beteiligen und uns vor querulierenden Afrikanern schützen, die sich die Fischgründe nicht einfach wegfischen lassen oder ihre einheimischen Geflügelmärkte nicht mit EU-Geflügel-Gammelfleisch überschwemmen lassen wollen!

Und um das Wichtigste für den aufstrebenden Klein- und Mittelrüstungsunternehmer nicht zu vergessen: Bitte immer schön die Provisionszahlungen für korrupte Chargen unserer Volks-Schrumpfkopf-Parteien in Höhe von mindestens 10 Prozent einpreisen! Die bezahlt über die Preisgleitklausel ja letztlich der Steuerzahler.

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