Lassen Sie uns sie entwaffnen

gilets jaunes – Kollektiv gegen staatliche Gewalt.

Vorläufige Zählung der Opfer während der Demonstrationen von November bis Dezember 2018

Die Bundesregierung schweigt zu den Vorgängen.

Von Angela Merkel, die gestern den französischen Präsidenten in Aachen getroffen hat, war nichts zu hören. Hat sie bei Macron die Einhaltung der Menschenrechte angemahnt? Mit Sicherheit nicht.

Man muss davon ausgehen, dass in der gesamten westlichen Welt und auch in Deutschland im Notfall der von Warren Buffett beschworene Krieg der Reichen gegen die Armen mit ähnlichen Mitteln, wie sie in Frankreich sichtbar werden, geführt wird.

Die Superreichen haben viel zu verteidigen.

Das wird in einem Film sichtbar, den arte ausgestrahlt hat: Ganz oben – Die diskrete Welt der Superreichen.

Im Begleittext heißt es:

„Noch nie waren die Reichen hierzulande so reich wie heute. Und noch nie war das Vermögen in Deutschland so ungleich verteilt. Wer sind sie, dieses oberste Prozent oder Promille der deutschen Gesellschaft? Wie leben sie? Und was denken sie über Deutschland? Grimme-Preisträger Florian Opitz unternimmt eine Reise in die diskrete Welt der Superreichen.

Ein Prozent der Deutschen besitzt über ein Viertel der Vermögenswerte des Landes, die Hälfte der Bürger hat wiederum gar kein Vermögen. Noch nie waren die Reichen so reich wie heute. Und noch nie waren die Vermögen in Deutschland so ungleich verteilt.“

Der Film zeigt, auch wenn er nicht sonderlich kritisch ist, eindrucksvoll: der Teufel macht auf den größeren Haufen. Ganz selbstverständlich wird hierzulande hingenommen, dass die Vermögensverteilung immer weiter auseinander gezogen wird.

Die im Film skizzierte Entwicklung wird von der Bundesregierung und der Bundeskanzlerin hingenommen. Es wird nichts dagegen getan. Im Gegenteil. Man nimmt in Kauf, dass die Großkonzerne um vieles weniger Steuern zahlen als die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger. Man hat bei der Erbschaftssteuer entlastet. Man lässt die Vermögenssteuer ruhen und tut nichts gegen Steueroasen, die der normale Mensch in der Regel nicht nutzen kann, die Superreichen aber schon. Und wenn einer dieser Vermögenden eine seiner Kapitalgesellschaften verkauft, dann sind die versteckten Gewinne bei der Realisierung auch noch steuerfrei.

Noch gibt es in Deutschland keine den Gelbwesten vergleichbare Aufstandsbewegung.

Der arte-Film zeigt dass auch hierzulande eine Protestbewegung notwendig wäre. Aber wenn sich diese bilden würde, dann würde Politik und Polizei vermutlich ähnlich reagieren wie in Frankreich. Der Klassenkampf von oben würde auch hierzulande geführt, auch mit Gewalt.

„Ich weiß nicht, ob jemand, der von der Polizei geschlagen wird, seine“ Menschenwürde „verliert. Ich bin mir jedoch sicher, dass er mit dem ersten Schlag, der auf ihn fällt, das entbehrt, was wir vorläufig als Vertrauen in die Welt bezeichnen werden. Vertrauen in die Welt Viele Dinge machen es aus: zum Beispiel der Glaube an eine Kausalität jeder Prüfung, irrationaler Glaube, logisch nicht zu rechtfertigen, oder auch die blinde Überzeugung der Gültigkeit der induktiven Schlussfolgerung. Ein wichtigeres Element dieses Vertrauens – und nur hier relevant – ist die Gewissheit, dass der andere mich gemäß schriftlichen oder ungeschriebenen Sozialverträgen verschonen wird, genauer gesagt, dass er meine physische und daher metaphysische Existenz respektiert. Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Selbst. Die Oberfläche meiner Haut isoliert mich von der fremden Welt: Auf der Ebene dieser Oberfläche habe ich das Recht, wenn ich Vertrauen haben will, nur das fühlen zu müssen, was ich fühlen möchte. „

Jean Améry, widerstandsfähig und jüdisch, analysierte die Gewalt, die er 1943 an der belgischen Gestapo erlitten hatte, in seinem Buch „Beyond Verbrechen und Bestrafung“.

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