Wagenknechts Rückzug

Der angekündigte Rückzug von Sahra Wagenknecht als Fraktionschefin der Linkspartei und von „Aufstehen“ wird erwartungsgemäß unseriös kommentiert – in der Presse und in der Politik.

Das Medienecho auf Sahra Wagenknechts angekündigten Rückzug als Fraktionschefin der Linkspartei und aus der ersten Reihe der sozialen Sammlungsbewegung „Aufstehen“ kann als erwartungsgemäß unseriös bezeichnet werden. Folgende Punkte stechen hervor: Das öffentliche und unbegründete Anzweifeln der von Wagenknecht angeführten gesundheitlichen Gründe, das frühzeitige Jubeln über ein „Aus“ der Sammlungsbewegung „Aufstehen“, irrige Ansichten über nun „bessere“ Chancen für Rot-Rot-Grün und eine verfrühte Freude über ein Ende des Grabenkampfes in der Linkspartei. Zudem ist festzustellen, dass die besonders fragwürdigen Kommentare von Politikern und nicht von Redakteuren stammen.

Mein Fazit: Selten erhalten Linke-Politiker die Aufmerksamkeit, die Sahra Wagenknecht immer hatte. Mit Verstand und Klugheit war sie vielen anderen namhaften Politikern mehr als überlegen. Oft konnte ihr nur mit Unsachlichkeit und Diffamierungen begegnet werden. (…) Einige Talkshows werden ohne sie geistig noch leerer sein, noch mehr Unsinn wird verbreitet werden, ohne hinterfragt zu werden. (…) Die Partei Die Linke wird ihr Rückzug gewiss nicht anziehender oder gar stärker machen. Freude und Erleichterung, Wagenknecht verdrängt zu haben – das dürfte keine große Zufriedenheit bringen. Wer streitbar wie Wagenknecht auftritt und Widerspruch nicht scheut, ist wertvoller für seine Partei, als es beliebige, angepasste Mandatsträger sind, die linke Standpunkte nur noch in Form von Phrasen vertreten. Für die Partei, für die Politik im Lande ist es ein Verlust, eine Wagenknecht nicht mehr an der Spitze zu wissen.

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