Wohnen und Leben

Ein Dach über dem Kopf – hierzulande eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Doch für Gering- und sogar für Normalverdiener ist es inzwischen eine große Herausforderung, eine bezahlbare Wohnung zu mieten oder gar zu kaufen – und das nicht nur in Ballungsgebieten. Nicht selten werden Menschen wohnungslos. Wenn sie Glück haben, kommen sie für eine Weile in Notquartieren unter. Doch auch diese Einrichtungen platzen aus den Nähten. Und soziale Vermieter, die günstig vermieten wollen, werden vom Fiskus abgestraft.

Die Deutsche Bahn sucht händeringend neue Mitarbeiter. Dabei machen dem Konzern auch steigende Mieten zu schaffen. Die geplante Lösung: Mitarbeitern nicht nur einen Job, sondern auch Wohnungen anbieten.
Angesichts knapper Wohnungen in vielen Städten will die Deutsche Bahn neue Mitarbeiter verstärkt mit günstigen Unterkünften locken. “Bezahlbare Mieten sind für unsere Mitarbeiter ein großes Thema geworden”, sagte Personalvorstand Martin Seiler der “Süddeutschen Zeitung”. Der größte deutsche Staatskonzern will deshalb eine “Wohnraumoffensive” starten.

In den 1990iger Jahren verkaufte die Deutsche Bahn ihre Bestände an Werkswohnungen, verschleuderte also Volksvermögen an finanzkräftige Investoren. Zugleich wurde der Personalabbau zur Hauptaufgabe des Personalvorstands, der sich heute darin bemerkbar macht, dass die Bahn als unzuverlässiges Verkehrsmittel wahrgenommen wird. Wenn der Bahnvorstand nun alte Unternehmenstugenden reaktiviert ist das löblich, wirft aber die Frage auf, warum das Management über Jahrzehnte alles dafür tat, das Unternehmen – auf Geheiß der Politik – nachhaltig zu schwächen. Wer haftet dafür? und wenn nein, warum nicht?

Stoppt den Wahnsinn auf dem Wohnungsmarkt. Der größte Irrsinn, wer aus sozialer Intention günstig vermietet, der wird vom Finanzamt bestraft. Eine weitere Indikation dafür, dass der Politik die aktuelle Situation egal ist bzw. der Markt soll es richten, was nichts anderes heißt als das die Interessen des oberen 1 %, das ein Großteil der Immobilien besitzt, über den der Bürger steht.

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