Die Kunst bleibt frei

Wenn die AfD an die Macht kommt, ist die Kunst und Kulturfreiheit in Gefahr? Heute am Sonntag finden Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen statt. Sie werden sicherlich fragen, was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ich möchte es am Beispiel der Kunst und Kultur einmal erklären, warum auch die Kunst und Kultur hier in Gefahr ist.

Kunst und Kultur sollte immer unser Weltbild hinterfragen als eher bestätigen. Laut Dr. Jongen (AfD) ist die Kunst ein zentrales Feld des politischen Richtungskampfes. Die AfD möchte einen Stimmungsumschwung in Deutschland hierin erreichen. Gruppierungen diesen Typs suchen danach, die Demokratie zu schwächen. Die AfD ist keine Bereicherung im demokratischen Bereich der Kunst, sondern eine Gefahr für die Demokratie. Der Kampf der Kultur ist in Deutschland ist im vollen Gange.
Es wurde in den 15 Jahren festgestellt, dass sich die Adressaten der Wut von den Unzufriedenen verschoben haben. Das waren am Anfang noch (2004) die Westkapitalisten, die Treuhand, es waren die Arbeitgeber, es waren die WestpolitikerInnen gegen die sich die Wut gerichtet hat, teilweise auch berechtigt, und das hat sich teilweise mit den gleichen Aussagen, mit den gleichen Sätzen, grammatikalisch sogar die exakt gleiche Formulierung gewählt in Bezug auf Geflüchtete, anderer Menschen, anderer Kultur die von außen kommen, verschoben (von 2015 angefangen mit PEGIDA bis 2019)! Es geht von der radikalen teilweise auch überzogenen Kapitalismuskritik hin zu einem Hass auf das „Andere“, also auf Vielfalt. Die Rechten haben es da tatsächlich geschafft, den Diskurs zu verschieben.
 
2009 am Ende der Bankenkrise haben es die Rechten geschafft, das was mit dem marktradikalen System zu tun hat, dieses in eine andere Richtung zu verschieben. Da hat DIE LINKE in dieser Zeit versagt. Dabei ist der Osten sehr viel vielfältiger als wir das im Westen oft glauben.
 
Der Osten, vor allem auch Dresden ist wie ein Brennglas für gesellschaftliche Entwicklungen. Man kann sehr viel über Gesellschaft vor Ort lernen und erfahren.
 
Wir haben seit dem Ende des 2. Weltkriegs zum Beispiel die vielfältigste Theaterlandschaft, seit es Theater gibt in Deutschland! Mir ist sie dennoch nicht LINKS genug, sie könnte kritischer sein in der Breite. Man kann anstelle des AfD-Statements alles sehen, sogar das eine oder andere reaktionäre Theaterstück. Die AfD sollte öfter ins Theater gehen wo sie die eine oder andere Wilhelm Tell Inszenierung im Original Kostüm finden werden.
 
Es gibt sehr viel unterschiedliche RECHTE in Sachsen, die konservativ Rechten, die, um die man nach wie vor kämpfen muss, mit denen man auch reden muss. Wir müssen in diesen Milieus reinkommen. Dieses nicht reden mit Rechten muss man differenzieren. Und das nicht reden mit den reaktionären Rechten, mit den Demokratiefeinden, die den Hass in den sozialen Netzwerken ausschütten, mit Menschenfeinden, mit denen muss man nicht mehr reden. 
Wir müssen noch besser und noch radikaler die Strukturen beschreibt in dem wir leben, wo kommt Zukunftsangst her, weil das was am meisten formuliert wird, eine Zukunftsangst eben nicht nur von den sogenannten „Abgehängten“, sondern eben auch von denen die im Beruf sind, die “Geld verdienen, die Selbstständig sind, die Angst haben vor dem was kommt. Wir müssen wieder den Diskurs dahin verlagern wo er hingehört, nämlich im politischen Raum und nicht in den zwischenmenschlichen Raum. Also es sollte nicht darüber gehen, wer hier sein darf, oder wer hier nicht sein darf, sondern wie wir hier leben wollen, und nicht, wie wir hier nicht leben wollen; in welchem System wir hier leben wollen und ob vielleicht auch in unserem System, in unserem marktradikalen System etwas verändert werden kann in Richtung zu mehr Sozialem, zu mehr Gerechtigkeit, zu mehr Gleichheit. Aber DIE LINKE Gegenerzählung, wie wollen wir leben? Die Rechten erzählen uns ständig wie man leben möchte, indem sie andere ausschließen, in dem sie Sicherheit suggerieren, in dem man zusammenhockt und wieder zurück in die Vergangenheit geht, wobei es sich mir nie eingeleuchtet hat, was an der Vergangenheit so toll sein soll. Aber DIE LINKE Gegenerzählung, wie sieht die aus, wie sieht das Leben konkret aus, hier muss mehr verführerisches rüberkommen, da wird von den Linken leider zu wenig gemacht in diese Richtung.

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