Menschsein

Nach Erich Fromm ist im Leben das Sein, das Mensch sein, ethische und humanistische Werte, wichtiger/notwendiger als das Materielle, zum Beispiel das Streben nach Wohlstand, Prestige.

Nun ja, das ist sicherlich nicht (ganz) falsch.

Diese Philosophie ist aber recht bürgerlich, auch unpolitisch.

Was ist mit den Milliarden Menschen, die nichts haben, die in bitterster Armut leben, die nicht bei sich sind, weil sie gar keine Zeit haben, auch aus anderen Gründen nicht die Möglichkeit haben, sich mit sich selbst, im Sinne von Fromm, zu beschäftigen?

„Erst kommt das Fressen, dann die Moral!“, sagte Bertolt Brecht. Deshalb bin ich der Meinung, dass erst die wichtigsten Bedürfnisse eines Menschen befriedigt werden müssen, dazu gehört eine Arbeit, von der man ohne Not leben kann, eine nicht krank machende, bezahlbare Wohnung, eine gute Gesundheitsversorgung, eine gute Rente, gute Nahrung, eine gute Bildung und Ausbildung, genügend Kleidung.

Erst wenn die Primärbedürfnisse vollständig befriedigt werden, kann man im Sinne von Fromm, der eine sehr bürgerlich-elitäre Vorstellung von einem „richtigen“ Leben hat, intensiv und in Muße über das Sein reflektieren. Ich bin der Meinung: Zum Menschen sein benötigt man beides: Das Materielle und das „Ideelle“. Beides bedingt sich, sollten keine Gegensätze sein und sich auch nicht ausschließen. Oder so ähnlich.

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