»Combat 18« gottseidank verboten

Fast 20 Jahre nach »Blood and Honour« wurde auch die militante Teilorganisation verboten.

Knapp 20 Jahre hat das Bundesinnenministerium gebraucht, um nach dem neofaschistischen Netzwerk »Blood and Honour« auch dessen militanten Arm »Combat 18« zu verbieten. »Das heutige Verbot ist eine klare Botschaft: Rechtsextremismus und Antisemitismus haben in unserer Gesellschaft keinen Platz«, sagte Innenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag. »Der Rechtsstaat zeigt, dass er wehrhaft ist«, erklärte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD).

Nach jüngster Einschätzung der Sicherheitsbehörden richtet sich die gewaltbereite Vereinigung mit dem englischen Namen für »Kampf« und dem Nummerncode für die Initialen von Adolf Hitler gegen die verfassungsmäßige Ordnung, »da sie mit dem Nationalsozialismus wesensverwandt ist«.

Insgesamt 210 Polizisten durchsuchten am Donnerstag morgen laut Bundesinnenministerium acht Wohnungen in Thüringen, Osthessen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Stanley R., der als Rädelsführer der rechten Szene gilt, wurde von der Polizei in Thüringen an seinem Arbeitsplatz angetroffen, seine Wohnung wurde mehrere Stunden lang durchsucht. Der Einsatz in NRW galt den Angaben zufolge einem vorbestraften Mann, der in Castrop-Rauxel lebt. Die Polizisten stellten neben Laptops, Tonträgern und Nazidevotionalien auch »waffenrechtlich relevante Gegenstände« sicher.

»Blood and Honour« war bereits im September 2000 verboten worden. Am Donnerstag forderten Abgeordnete des Sächsischen Landtags auch ein Verbot der »Brigade 8«, die als sächsische Version von »Combat 18« gilt. Die sächsischen Aktivisten von »Blood and Honour« hatten um die Jahrtausendwende einen wesentlichen Teil der Unterstützer des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) gestellt. »Combat 18« hatte sich in dem Bundesland nicht offiziell gegründet, die rockerähnliche Neonazigruppe »Brigade 8« aus Weißwasser gehöre aber zu dem Netzwerk, erklärte die innenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, Kerstin Köditz, am Donnerstag in Dresden. (Quele: dpa/jW)

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