Nie wieder – Es passiert doch längst!

Nie wieder werden wir zu lassen, dass Gemeinheit triumphiert und andere ausgegrenzt werden? Es passiert doch längst!

Mal wird die Shoa als  Vogelschiss verhöhnt, mal werden Menschen bedroht, weil sie anders aussehen, glauben oder denken.

Der Auschwitz Überlebende Marian Turski erinnerte uns heute an jenem 75igsten Gedenktag (27.01.2020) daran, dass Ausschwitz nicht vom Himmel fiel, sondern mit kleinen gemeinen Schritten näher trampelte, dass die Menschen sich langsam daran gewöhnten, anderen ihre Würde zu nehmen.

Zum 75. Jahrestag der Befreiung standen die Überlebenden noch einmal im Mittelpunkt. Lästig, finden schon heute 37% der Deutschen, die meinen: genug erinnert. Wie komfortabel, wenn man sich aussuchen kann, wann Schluss ist. Die Opfer haben diese Wahl nicht.

Das Morgen kam, aber die Erinnerung blieb, sagte Bat Sheva Dagan heute. Auch sie überlebte die Vernichtung und schilderte eindringlich, was es bedeutete, schutzlos zu sein. „Bis heute habe ich das Gefühl: Wo ward ihr, um uns zu retten?“ Sie lebt heute bei Tel Aviv. In jenem Land also, das für Juden bedeutet, endlich nicht mehr schutzlos zu sein und dessen Schutz genau deshalb eine Verpflichtung deutscher Politik sein muss – wenn nie wieder ernst gemeint sein soll. Judenhass lässt sich nicht verbieten, egal in welcher Kostümierung er daher kommt – ob als Geschichtsverleugnung oder als Israelhass. So wenig wie Dummheit oder Schnupfen. Aber seine Ausbreitung lässt sich bekämpfen, wenn wir auf Marian Turski hören und das 11. das Ausschwitz-Gebot befolgen: „Seid nicht gleichgültig!“

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