Bad Breisig: Nazimordopfer 1992 Dieter Klaus Klein

Zur Erinnerung: Dieter Klaus Klein (* ca.1943, † 31. Juli 1992 in Bad Breisig) war obdachlos. In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 1992 wird er in Niederbreisig von rechtsextremen Skinheads – einer ist Hilfsarbeiter aus Sinzig, der andere Azubi aus Bad Breisig – ermordet. Der Mord wird in mehreren Statistiken als einer von mehr als 140 Todesopfern rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung Deutschlands geführt.

Am Abend des 31. Juli 1992 zogen die beiden 17-jährigen rechtsextremen Skinheads Patrick B. und Stefan H. durch den Kurpark Bad Breisig. Durch „Sieg Heil“-Rufe weckten sie den auf der Brunnenmauer schlafenden Dieter Klaus Klein, der die Neonazis daraufhin zur Rede stellen wollte. Diese traten ihn zuerst zusammen und erstachen ihn daraufhin mit einem Kampfmesser.

Die beiden Täter wurden 1993 zu acht Jahren und drei Monaten bzw. sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Bei beiden traf das Jugendstrafrecht und sie wurden auch beide frühzeitig entlassen. Regionale Antifaschisten berichteten, dass zumindest einer der beiden Täter auch nach der Haftstrafe noch für die NPD aktiv als Wahlkampfhelfer mitgewirkt hat.

In Bad Breisig erinnert bis heute nichts an den Gewaltakt; eine Mahntafel wurde am Tatort nicht angebracht. Mitglieder der Antifa Ahrweiler versuchten im Jahr 2010 offenbar, darauf aufmerksam zu machen. Mit Hilfe einer Gedenktafel und mehrerer Transparente sowie durch rote Grablichter wollten sie den Mord in das Gedächtnis der lokalen Bevölkerung zurückrufen. Marion Morassi, Direktkandidatin der Linken im Bundestagswahlkreis Ahrweiler-Mayen bei der Bundestagswahl 2017 forderte die Stadt Bad Breisig anlässlich des 25. Jahrestages der Ermordung von Dieter Klaus Klein im Juli 2017 auf, eine Gedenk- und Mahntafel an der Mordstelle anzubringen.[1]

Aktivisten und Kommunalpolitiker der Linken stellten am 31. Juli 2017 im Kurpark einen Gedenkstein samt Tafel zur Erinnerung an Dieter Klaus Klein auf – ohne Genehmigung und Absprache mit der Stadt Bad Breisig. Die Stadt ließ beides unverzüglich entfernen. Außerdem teilte sie mit, dass der Stadtrat Bad Breisig zwei Jahre zuvor entschieden habe, nach Abschluss der Arbeiten im Kurpark eine Stelle zur Erinnerung an sämtliche Opfer des Nationalsozialismus vor, während des Zweiten Weltkriegs und danach in der Quellenstadt aufzustellen.

Bis heute weigert sich also die Stadt Bad Breisig, dort eine entsprechende Gedenktafel aufzustellen, um damit an diesen brutalen Mord zu erinnern. Tatsache ist, dass der Sozialismus/Kommunismus unversöhnlich, demnach im offenen Gegensatz zum Faschismus, stand und steht. Nicht Sozialisten oder Kommunisten haben in den Gefängnissen, in den Konzentrationslagern, Juden und Andersdenkende gefoltert und ermordet oder ins Exil genötigt, einen Weltkrieg angezettelt und brutalst ausgeführt, sondern die damaligen Faschisten!

Der radikale Rechtsruck bis in die Mitte der Gesellschaft, in die Parteien wie SPD und CDU und ihren Komplizen FDP und großen Teilen der Grünen wird breiter und der Angriff auf sogenannte Gutmenschen aller Art, soziale Demokratie, Sozialstaat, Ökologie, Pazifismus und Antimilitarismus gezielter. Dieses rechte Aktionsfeld ist verzahnt mit den Rechtsaußen im Parlament und auf der Strasse.

Was bringt 2020, geht es so weiter oder raffen sich Linksliberale bis radikale Linke auf diesen Prozess zu stoppen. Dieser Abwehrkampf wird nicht einfach, kann persönliche und materielle Nachteile zur Folge haben. Er sollte trotzdem gewagt werden. Er ist die Voraussetzung für eine Offensive in Richtung einer solidarischen Gesellschaft jenseits von Angst, Kapitalismus und autoritärem Staat.

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