Freitags gehört Vati mir

Die Debatte um Arbeitszeitverkürzung ist so alt wie die Geschichte des industriellen Kapitalismus. Sie ist fortwährender Teil der Arbeitskämpfe und kommt immer wieder – mehr oder weniger kraftvoll – auf die Agenda der Gewerkschaften und (sozial-ökologischen demokratischen) Parteien. Den wohl berühmtesten und erfolgreichsten Slogan im Kampf gegen die Vereinnahmung in Form steigender Arbeitszeit und Überstunden – im Jahr 1955 lag sie bei einem Spitzenwert von 49 Wochenstunden – lancierte der DGB 1956: »Samstags gehört Vati mir«. Umfragen hatten ergeben, dass die Industriearbeiter einen freien Samstag einer täglichen Arbeitszeitverkürzung vorziehen würden.

Man müsse »darüber nachdenken, wie man weniger Arbeit gerecht verteilt«, so Walter-Borjans. Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen dürfe »kein vorgeschobenes Argument sein, um Arbeitszeitverkürzung zu verhindern«. Eine Viertagewoche mit einem »gewissen Lohnausgleich« gehe daher in die richtige Richtung…
Zu viele Menschen mühen sich ab, haben zwei Jobs, manchmal sogar drei. Familien in denen beide arbeiten und sich trotzdem kein vernünftiges Leben leisten können; das muss aufhören.
»Beschäftigte sind kein Spielzeug und keine manövrierbare Masse«
Industrie 4.0 bedeutet die massenhafte Verbindung von Informations- und Kommunikationstechnologien mit der industriellen Produktion. Unter dem „Internet der Dinge“ versteht man die Vernetzung von Gegenständen oder Produkten mit dem Internet mit dem Ziel einer vollautomatisierten, lernenden und agilen Produktion. Weitere Ziele sind nachhaltiger und effizienter Umgang mit begrenzten Ressourcen und wirtschaftliche Herstellung hochindividualisierter Produkte. Ziele sind auch größtmögliche Zeitersparnis und die Einsparung teurer menschlicher Arbeitskraft. Industrie 4.0 ist eine Revolution von oben und wird unsere gesamte Arbeitswelt transformieren. Die klassische Erwerbsarbeit verliert an Bedeutung, Millionen von Jobs werden durch automatisierte Prozesse ersetzt. Werkzeuge kommunizieren mit den Maschinen, die Maschinen kommunizieren untereinander, der Markt kommuniziert mit der Produktion, die Produktion mit den Zulieferern. Reden die Maschinen am Menschen vorbei? Wozu wird der Mensch noch gebraucht? Zu fragen ist, wer und was bestimmt noch den Wert der menschlichen Arbeit, wer sind die Gewinner, wer die Verlierer?

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