Sonntagsarbeit im Einzelhandel

Schuften und placken – auch an werkfreien Tagen. Eine Dauervision der Wirtschaftsliberalen von der FDP. Die Bundestagsfraktion dieser Lobby Partei holte zum nächsten Schlag gegen Beschäftigteninteressen aus, formulierte einen Beschluss zur »bundesweiten Öffnung der Adventssonntage für den Einzelhandel«. Begründet wird dies mit dem coronabedingten Umsatzeinbruch im Handel. Der Branchenverband HDE verzeichnete in der dritten Novemberwoche 2020 einen um ein Drittel geringeren Umsatz als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die FDP-Fraktionäre appellieren: »Kirchen, Gewerkschaften und Arbeitgeber müssen für diese Krisenzeiten ihre ideologischen Gräben überwinden.« So steht es in dem Positionspapier.

»Wer florierenden Einzelhandel will, muss unter anderem eine Flexibilisierung bei den Öffnungszeiten anbieten.« Deshalb fordern er und seine Fraktion die Bundesländer auf, in ihren Ladenschlussgesetzen »die restlichen Voraussetzungen zu schaffen, den Einzelhandelsunternehmen an möglichst vielen Sonntagen die Öffnung zu erlauben«.

Davon hält Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke, nichts.

»Die Sonntagsöffnungszeiten im Einzelhandel wurden bereits enorm liberalisiert.« Mittlerweile sei Einkaufen beinahe rund die Uhr möglich. »Für eine weitere Lockerung sehe ich definitiv keine Begründung«, so Zimmermann. Die Linke-Politikerin verwies darauf, dass jeder Euro nur einmal ausgegeben werden könne, egal wie lange geöffnet sei. Im Gegensatz zur Position der Freien Demokraten plädiert Zimmermann dafür, »die Öffnungszeiten wieder auf ein vernünftiges Maß zurückzuführen«. Eines ist klar: Würde der FDP-Plan umgesetzt, wären die Einzelhandelskollegen noch stärker belastet. Die Coronakrise zur Begründung eines »Deregulierungs- und Entgrenzungswahns« vorzuschieben sei ein durchsichtiges Manöver der FDP, so Zimmermann. »Im Grundgesetz ist eindeutig festgelegt, dass Sonn- und Feiertage als Tage der Arbeitsruhe zu schützen sind.« Also, Zeitlos malochen nicht mit uns.

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