Der große Umbau läuft seit 40 Jahren

Noch einen Tag, dann ist Februar 2021 und an der Corona-Politik hat sich nichts geändert.

Im Gegenteil: Die Maßnahmen werden härter. Mehr vom Schlechten, könnte man sagen, und dies über einen immer längeren Zeitraum. Der Lockdown zeitigt unübersehbare negative Folgen, und das auf vielfache Art und Weise. In gesellschaftlicher Hinsicht macht er die Menschen ungleicher; eine fünfköpfige Migrantenfamilie in einer 45-Quadratmeter-Wohnung hält die Ausgangssperren viel schwerer aus als ein Paar, das eine große Villa bewohnt, wie etwa Minister Spahn und sein Mann.

Es wird immer wieder davon geredet, dass das Virus sich nicht um Klassenzugehörigkeit kümmert. Aber in der Pandemie sind dennoch nicht alle gleich. Wer einen angenehmen Wohnraum zur Verfügung hat und sich um seine finanzielle Situation keine Sorgen machen muss, dürfte mit dem Lockdown einfacher klarkommen als Menschen, bei denen die Maßnahmen an die psychische und wirtschaftliche Substanz geht.

Die fortgesetzte und immer weiter verschärfte soziale Isolierung ist menschenunwürdig und sie trifft Arme eindeutig härter als Reiche. Vor den daraus entstehenden psychologischen Folgen warnt jeder verantwortungsvolle Mediziner oder Psychotherapeut. Sie werden aber nicht gehört.

Um die Gesundheit geht es der Regierung hierbei nicht. Ginge es ihr darum, dann hätte sie seit dem vergangenen Frühling alles dafür getan, die vulnerablen Gruppen zu schützen. Stattdessen sterben mehr und mehr alte, vereinsamte Menschen in Heimen, der Lockdown schützt sie nicht. Diese weit über 50% der Corona-Toten gehen auf das Konto einer verfehlten Politik. Aber für manch einen mag sie gar nicht verfehlt sein. Wenn Mitte Mai 2021 im autoritären Stadtstaat Singapur, in dem Prügel- und Todesstrafen an der Tagesordnung sind, sich die Spitzen aus Politik und Wirtschaft beim Weltwirtschaftsforum (WEF) treffen werden, dann haben deren Sprecher bereits ein konkretes Programm: Great Reset nennt es WEF-Organisator Klaus Schwab und will damit eine – wie er es nennt – Periode des Transhumanismus einleiten. Die Verschränkung von Mensch und Maschine, von Hirn und Computerchip, soll in ein neues Zeitalter führen. Für diese Leute – und wir werden beobachten, wer sich alles um den Great Reset schart – ist die Corona-Krise eine Chance. Sie plädieren ganz selbstverständlich und aus Eigennutz für scharfe Maßnahmen, um im Anschluss ihren „großen Neustart“ durchführen zu können. Der Mehrheitseigentümer des Mainzer BioNTech-Konzerns, Ugur Sahin, gehört schon heute zu den Profiteuren. In den vergangenen zwei Monaten konnte er einen Vermögenszuwachs von 5,1 Mrd. US-Dollar verbuchen. Dass diese wirtschaftlichen Profiteure der Krise willige Politiker finden, die mit ihrer Verbotspolitik Blut geleckt haben, beweisen die Wortmeldungen zwischen Wien, München und Berlin in jeder Nachrichtensendung.

Im Rausch des Ausnahmezustands springen zu viele Politiker über ihren demokratischen Schatten direkt hinein in autoritäre Muster. Wir haben geglaubt, solche Muster wären in den europäischen Zentrumsländern überwunden. Sie sind es mitnichten. Dazu kommt die wahnhafte Vorstellung, alle Probleme – und das Auftauchen des Corona-Virus ist ein großes, herausforderndes Problem, das man nicht negieren darf – technisch lösen zu können: Testen, testen, testen; impfen, impfen, impfen, oder noch abstruser: Distanz-Halsbänder, Bewegungsmelder etc. Auf dem Wiener Rathausplatz ist ein Eislaufplatz eingerichtet, auf dem nur Schlittschuh laufen darf, wer sich mit einem Chip ausstattet. Dieser Chip tutet immer dann, wenn jemand anderer näher als zwei Meter an einem selbst vorbeifährt: Distanzmarker nennt sich das Ding. Es soll wohl ein kleiner Vorgeschmack auf dystopische Zeiten sein. Das Vorbild gibt offensichtlich China ab, wo der QR-Code auf dem Handy eine wichtigere Auskunft über den Menschen gibt als der Mensch selbst.

Medien auf dem EU-Auge blind sind, während jeder russische Polizeieinsatz große Empörung hervorruft. In Corona-Zeiten wird dann noch gegen jene gehetzt, die die Maßnahmen unverhältnismäßig finden. Dass der häufig gehörte journalistische Ruf nach härteren Maßnahmen allein der Sorge um die Volksgesundheit geschuldet ist, mag man nicht so recht glauben, sonst wäre doch jahrelang Zeit gewesen, zum Beispiel gegen die schrittweise Privatisierung des Gesundheitswesens und gegen Spitalsschließungen zu schreiben. Das ist nicht passiert.

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