Und schon wieder soll ein KKH dicht gemacht werden

Die Pläne der sächsischen Landeshauptstadt zielen darauf ab, gut 100 Betten und 97 Prozent der stationären Leistungen im Stadtteil Trachau zu streichen, was einer faktischen Schließung dieses Standortes gleichkommt. Die stationäre Versorgung soll am Standort Friedrichstadt konzentriert werden. Die Hoffnung der Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Die Linke) besteht darin, durch den Abbau von Kapazitäten Mittel aus dem Krankenhausstrukturfonds zu erhalten. Dieser sichert Kommunen, die ihre Kliniken ganz oder teilweise schließen, Finanzmittel zu.

Gegen die Pläne der Stadt formiert sich seit Monaten Widerstand. Denn diese würden »das Patientenwohl im gesamten derzeitigen Versorgungsgebiet« gefährden. In der Petition wird »die qualitative Aufrechterhaltung einer modernen medizinischen wohnortnahen Versorgung der Bevölkerung« gefordert.

In der nun sehr kurzfristig anberaumten Sitzung erklärte Kaufmann die Ablehnung der Petition für die Stadt Dresden. Zu einer durch das Bündnis für Pflege schnell organisierten Aktion kamen rund 30 Menschen. In Reden und einem Poetryslam wurde die Ablehnung der Pläne durch das Bündnis noch einmal begründet. Dabei kritisierte das Bündnis für Pflege das von der Stadt präferierte »Zukunftsszenario« auch deshalb, weil es in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsprüfern von Ernst & Young erstellt wurde. Die Stadt beweise somit, dass es ihr weniger um eine angemessene Versorgung als mehr um ökonomische Erwägungen gehe.

Die Linke, befürchtet, dass sich Dresden beim Umsetzen der Vorhaben auf einen gefährlichen Handel einlassen könnte. Die Mittel, die Dresden aus dem Krankenhausstrukturfonds erhalten könnte, würden nach Berechnungen längst nicht ausreichen, um die Pläne der Stadt umzusetzen. Es könne der Fall eintreten, dass mit der faktischen Schließung des Standortes Trachau das Klinikum der Stadt deutlich verkleinert würde, im Gegenzug jedoch kaum finanzielle Unterstützung vom Land Sachsen käme.

Die Pläne der Stadt würde »ausgerechnet in Pandemiezeiten« die medizinische Versorgung gefährden und die »berufliche Existenz vieler Mitarbeitenden in Frage stellen«. Das werde man nicht hinnehmen.

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