Mit Blick auf die Geschichte sind Linke das Scheitern gewohnt.

Mit Blick auf die Geschichte sind Linke das Scheitern gewohnt.

Die LINKE ist mal wieder drauf und dran, sich an dem vorgegebenen Prozedere zur Wahl eines Präsidentendarstellers kritiklos zu beteiligen. Es ist nur traurig. Selbst kostenneutrale Möglichkeiten, einmal gegen den Mainstream anzutreten, werden nicht genutzt.
Die LINKE sollte die Abschaffung fordern, ersatzweise wenigstens die Direktwahl wie oben beschrieben und zur Wahl einer Frau aufrufen und dann eventuell auch eine Kandidatin aufstellen.
Dennoch war der mit 4,9 Prozent beinahe halbierte Stimmenanteil der Partei Die Linke bei der zurückliegenden Bundestagswahl ein vorläufiger Tiefpunkt – nur dank drei gewonnener Direktmandate ist sie noch in Fraktionsstärke im Parlament vertreten. Vor der am 13. Februar angesetzten Wahl des Bundespräsidenten hat Die Linke nun erneut ein Scheitern ihrerseits vorbereitet, wenn auch dieses Mal sehenden Auges. Mit dem Sozialmediziner Gerhard Trabert hat die Partei einen Gegenkandidaten zum Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier aufgestellt. Das machte zuerst die Süddeutsche Zeitung am Sonntag abend öffentlich. Am Montag beschlossen die Spitzen von Partei und Fraktion die Nominierung einstimmig, wie die Linke-Kovorsitzende Janine Wissler via Twitter verbreitete.
Im Gegensatz zu Trabert ist über den voraussichtlich wiedergewählten Bundespräsidenten Steinmeier einiges bekannt. Der langjährige SPD-Politiker war unter anderem Kanzleramtschef von Gerhard Schröder sowie Außenminister unter Angela Merkel und hat sich so auf verschiedenen Wegen um Staat und Kapitalinteressen »verdient« gemacht, wenn es etwa um »Agenda 2010« oder Kriegseinsätze der Bundeswehr geht.

Der 65jährige Arzt und Sozialarbeiter aus Mainz ist Gründer des Vereins »Armut und Gesundheit in Deutschland«. Zudem ist er Professor für Sozialmedizin und Sozialpsychiatrie an der Hochschule Rhein-Main. Mit seinem »Obdachlosenmobil« versorgt er wohnungslose Menschen im Raum Mainz. Darüber hinaus war Trabert immer wieder als Arzt in Krisengebieten im Einsatz, so im selbstverwalteten nordsyrischen Rojava und nach dem Brand des Geflüchtetencamps »Moria« auf der griechischen Insel Lesbos. Auf seiner Homepage steht in großen Buchstaben: »Armut macht krank. Krankheit macht arm.« Es sei demnach sein »wichtigstes Anliegen, diesen Missstand in die Öffentlichkeit zu tragen und zu versuchen, betroffenen Menschen als Sozialarbeiter und Arzt ein Stück Würde zurückzugeben«. Im vergangenen Sommer war er als parteiloser Direktkandidat für Die Linke im Bundestagswahlkreis Mainz angetreten, er erhielt gut zwölf Prozent der Erststimmen, verpasste jedoch den Einzug in den Bundestag.

Die Nominierung von Trabert stellt für Die Linke eine willkommene Gelegenheit dar, mit ihren erklärten Kernforderungen mediale Aufmerksamkeit zu generieren. Zuletzt war die Partei vor allem dadurch aufgefallen, dass die Aufarbeitung des Wahldebakels mehr schlecht als recht vonstatten ging und von wenig aussagekräftigen »Strategiepapieren« begleitet wurde. Ein wohl eher unfreiwilliger Gefallen, den Die Linke zudem dem bundesrepublikanischen Parlamentarismus macht, ist zumindest der damit aufkommende Anflug eines Verdachts, bei der Wahl des Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung am 13. Februar könnte es sich um eine demokratische Angelegenheit im Sinne eines Wettstreits um die besten Ideen und Köpfe handeln. Dabei bekommt sie zweifelhafte Unterstützung: Am Montag teilte die AfD mit, ebenfalls einen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl aufstellen zu wollen.

Das DIE LINKE nur noch am Prozedere willen- und profillos teilzunehmen und den steinigen Meier mitzuwählen bereit ist, wird den Niedergang der LINKEN leider nur beschleunigen. DIE LINKE ist nur noch der rot-grüne Wurmfortsatz, den wir nicht brauchen.

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